STIFTUNGFÖRDERUNGPROJEKTESPENDENAKTUELL

Forschungsförderung


Die Stiftung fördert Forschungsvorhaben, wissenschaftliche Publikationen, Veranstaltungen und sonstige Aktivitäten mit dem Schwerpunkt "Altersbedingte neurodegenerative Erkrankungen". Dabei steht der interdisziplinäre Ansatz aus Biologie, Biochemie und Biophysik im Vordergrund, um mechanistische, pharmakologische und methodische Erkenntnisse für die klinische Umsetzung von neuen, genaueren und wirksameren Strategien für Diagnose, Prävention und Therapie zu gewinnen. Wegen der zurzeit geringen Erträge aus dem Stiftungsvermögen, empfehlen die wissenschaftlichen Mitglieder des Stiftungsrates förderungswürdige Forschungsvorhaben. Eine Antragstellung ist vorläufig nicht möglich.


Förderung seit 2012

Prof. Dr. Robert Perneczky, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
1st International Conference on Brain and Cognitive Reserve in Dementia Disorders
Neu: Die hochkarätig besetzte zweitägige Konferenz an der Ludwig-Maximilians-Universität München im November 2017 wird sich hauptsächlich mit Untersuchungen im Bereich struktureller und funktionaler Hirnmechanismen befassen, die eine Demenz verzögern oder sogar abwenden können. Ebenso wird die Forschung im Bereich Neuroimaging und Biomarker zur Sprache kommen. Ziel der internationalen Konferenz ist in erster Linie ein Erkenntnisgewinn, aber auch eine bessere Vernetzung (Forum) der in diesem Bereich führenden Wissenschaftler. Es werden ca. 200 Teilnehmer erwartet.


Dr. Johannes Levin, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Establishment of a cohort of patients with Down-Sydrome (Trisomy 21) for imaging and biomarker studies
Aktuell: Ungefähr drei von vier Patienten mit Down-Syndrom entwickeln ab ca. vierzig Jahren eine Demenz. Die anatomische Verteilung der pathologischen Veränderungen ähnelt denen von Alzheimer-Patienten. Ziel ist es, eine Patientenkohorte mit Down-Syndrom zusammenzustellen, diese klinisch zu bewerten, zu bestimmen, ob diese Patienten veränderte zerebrospinale Flüssigkeits- und Plasmakonzentrationen des löslichen TREM2 (ein Protein) zeigen und zu testen, wie diese Veränderungen zugeordnet werden können. Das umfangreiche Projekt wird für zwei Jahre mit einem Zuschuss von 120.000 € gefördert.


Dr. Christel Depienne & Dr. Alexandra Durr, Institut du Cerveau et de la Moelle Epinière, Paris
Identification of genetic, epigenetic and environmental modifiers in hereditary spastic paraplegia
Aktuell: Die erbliche spastische Paraplegia (HSP) ist eine neurodegenerative Erkrankung mit genetischen Modulatoren, aber wohl auch nicht-genetisch bedingten Faktoren. Ziel ist deshalb die Identifikation von genetischen, epigenetischen und/oder Umwelteinflüssen, welche Einsetzen, Verlauf und Prognose vorhersagen können und damit zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden führen. Der Fokus liegt auf dem Gen SPG4-HSP, da bei dieser Form von HSP zusätzlich eine dementielle Entwicklung zu beobachten ist. Aufgrund des guten Fortgangs der Forschungsarbeiten stimmte der Stiftungsrat dem Antrag einer Ausweitung des Projekts zu. Das Projekt wird jetzt für drei Jahre mit 204.000 € gefördert.


Prof. Sascha Weggen, Institut für Neuropathologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
A novel metalloprotease in Abeta peptide generation and Alzheimer's disease
Abgeschlossen: Es wurde der Einfluss von ADAMTS4, einer Zink-Metalloprotease, auf die Generierung von Abeta-Peptiden in neuronalen Zellen und in transgenen Alzheimer-Mausmodellen charakterisiert. Ziele waren die Bestätigung dieses Einflusses, die Untersuchung der unmittelbaren Interaktion von ADAMTS4 und APP (Amyloid-Precursor-Protein), der Vergleich der mRNA mit dem Protein-Expressionslevel von ADAMTS4 in Hirnproben von Alzheimer-Patienten und nicht-dementen Kontrollen sowie die Untersuchung der physiologischen Relevanz von ADAMTS4 für das Abeta-Level im Hirn in vivo. Die Arbeiten wurden erfolgreich durchgeführt und erlauben wichtige Einblicke in die Verarbeitung von amyloidogenen Bruchstücken des APP-Proteins. Das Projekt wurde für zwei Jahre mit 81.450 € gefördert.


Prof. Alexis Brice, Association pour le Développement de la Recherche sur les Maladies Génétiques, Neurologiques et Psychiatriques, Paris
Use of next generation sequencing to improve knowledge of the molecular bases of spinocerebellar degenerations
Abgeschlossen: Basierend auf Vorarbeiten sollten die Kenntnisse über die molekulare Basis der spinozerebellären Degenerationen verbessert werden. Die Gruppe konnte – zum Teil in internationaler Zusammenarbeit – zahlreiche neue HSP-Gene (HSP = Hereditäre Spastische Paraplegien) identifizieren, die Kenntnisse der im Antrag ausführlich beschriebenen molekularen Degenerationen tatsächlich verbessern und die funktionale Verbindung zwischen lysosomalem Speicher und den häufigsten Formen der autosomal-rezessiven Spastischen Paraplegia hervorheben. All dies eröffnet neue Forschungsansätze für therapeutische Interventionen. Das Projekt wurde für zwei Jahre mit 129.000 € gefördert.

Publikationen: Novarino G et al. (2014) Exome sequencing links corticospinal motor neuron disease to common neurodegenerative disorders. Science 343(6170):506-11. doi: 10.1126/science.1247363. ▪ Esteves T et al. (2014) Loss of association of REEP2 with membranes leads to hereditary spastic paraplegia. Am J Hum Genet 92(2):268-77. doi: 10.1016/j.ajhg.2013.12.005. ▪ Di Gregorio E et al. (2014) ELOV5 mutations cause spinocerebellar ataxia 38. Am J HUM Genet 92(2):209-17. doi: 10.1016/j.ajhg.2014.07.001 ▪ Coutelier M et al. (2015) GRID2 mutations span from congenital to mild adult-onset cerebellar ataxia. Neurology 84(17):1751-9. doi: 10.1212/WNL.0000000000001524. ▪ Coutelier M et al. (2015) Alteration of ornithine metabolism leads to dominant and recessive hereditary spastic. Brain 138(Pt 8):2191-205. doi: 10.1093/brain/awv143. ▪ Hirst J et al. 2015) Loss of AP-5 results in accumulation of aberrant endolysosomes: defining a new type of lysosomal storage disease. Hum Mol Genet 24(17):4984-96. doi: 10.1093/hmg/ddv220. ▪ Coutelier M et al. (2015) A recurrent mutation in CACNA1G alters Cav3.1. T-type calcium-channel conduction and causes autosomal-dominant cerebellar ataxia. Am J Hum Genet 97(5):726-37. doi: 10.1016/j.ajhg.2015.09.007 ▪ Elsayed LE et al. (2015) A novel nonsense mutation in DNAJC6 expands the phenotype of autosomal recessive juvenile-onset Parkinson disease. Ann Neurol [Epub ahead of print] doi: 10.1002/ana.24591.


Prof. Paul Saftig, Biochemisches Institut, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, mit
Prof. Stefan Lichtenthaler, Lehrstuhl für Neuroproteomik, Technische Universität München
Therapeutic potential of the Alzheimer alpha-secretase ADAM10
Abgeschlossen: Es konnte gezeigt werden, welche bereits identifizierten ADAM10-Substrate echte Substrate sind, welche davon nach Aktivierung von ADAM10 einer verstärkten proteo-lytischen Spaltung unterliegen und welche zu den phänotypischen Änderungen beitragen, die in Hirnen mit veränderter ADAM10-Aktivität beobachtet werden. Insbesondere die Mausmodelle waren dabei hilfreich und zielführend. Die experimentelle Vorgehensweise war beispielhaft und kann nun auch auf andere Substrate angewandt werden, um die potentielle Beteiligung an der Pathogenese von Alzheimer zu ergründen. Das Projekt wurde mit 20.000 € gefördert.

Publikationen: Saftig P, Lichtenthaler SF (2015) The alpha-secretase ADAM10: A metalloprotease with multiple functions in the brain. Prog Neurobiol 135:1-20. doi: 10.1016/j.pneurobio.2015.10.003 Damme M et al. (2014) Autophagy in neuronal cells: general principles and physiological and pathological functions. Acta Neuropathol 129(3):337-62. doi: 10.1007/s00401-014-1361-4.


Prof. Paul Saftig, Biochemisches Institut, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit
Prof. Gerd Multhaup, Pharmacology & Therapeutics Faculty, McGill University, Montreal
Tetraspanins in Alzheimer‘s disease
Abgeschlossen: Es konnte gezeigt werden, wie die Tetraspanin-kodierenden Gene TSPAN3 und TSPAN15 für die durch Abeta vermittelte Transkriptionsregulation empfänglich sind, wie sich die Expressionslevels der beiden Tetraspanine auf die APP-Prozessierung und die Abeta-Bildung auswirken, wie Tetraspanine den intrazellulären APP-Transport (APP = Amyloid-Precursor-Protein) und die Interaktion mit anderen Proteinen und Sekretasen beeinflussen und wie die Tetraspanin-Expression den APP-Stoffwechsel in vivo beeinflusst. Für die Experimente wurden transgene TSPAN-Mäuse generiert. Die Ergebnisse liefern einen konzeptionellen Fortschritt u.a. für die Identifikation neuartiger Biomarker. Das Projekt wurde mit 15.000 € gefördert.

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